Ein neues Zuhause und ein verjüngter Vorstand: Der Theaterverein „Junge Bühne Auersmacher“ hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt – und konnte damit etliche neue Mitglieder für sich gewinnen.
VON HEIKO LEHMANN (Saarbrücker Zeitung vom 13.01.2026)

Der Vorstand des Theatervereins „Junge Bühne Auersmacher“ fühlt sich in seinem neuen Theater im Ruppertshof pudelwohl. Unser Bild zeigt (von links): Sandra Kraemer, Lisa Thörner-Woll, Thomas Bläsius, Stephan Lang, Hélène Meßner, Jannis Brach und Alisa Kallenborn. FOTOS: HEIKO LEHMANN
AUERSMACHER Der Saal ist groß, hell und die Deckenhöhe beeindruckend. Die Technik ist modern und auf dem neuesten Stand. Es gibt endlich Toiletten, zu denen die Gäste keine Umwege durch das ganze Gebäude mehr überwinden müssen. Der Theaterverein „Junge Bühne Auersmacher“ hat seit knapp einem halben Jahr ein neues Zuhause.
Jahrzehntelang lud der Verein zu Aufführungen in das Kleine Theater in der Grundschule ein. Jetzt befindet sich das Theater im Obergeschoss der ehemaligen Gaststätte Ruppertshof. „Wir sind jetzt mitten im Ort und das ist natürlich auch ein großer Vorteil. Es war viel Arbeit, aber wir sind sehr zufrieden mit unserer neuen Heimat“, sagt Jannis Brach aus dem Vorstand des Vereins. Als vor etwa zehn Jahren zum ersten Mal Nachrichten durchsickerten, dass aus den Theaterräumen in der Grundschule mittelfristig Plätze für die Nachmittagsbetreuung der Schulkinder entstehen sollen, war die Enttäuschung beim Theaterverein zunächst groß. Doch die Auersmacher Ortsvereine um den ehemaligen Ortsvorsteher Thomas Unold (CDU) fanden eine Lösung. Im Zuge des Umbaus des Ruppertshofes in eine neue Kita wurde das Obergeschoss zu einer neuen Heimat für Ortsvereine und insbesondere für den Theaterverein umgebaut. Vom Land gab es Zuschüsse, die Ortsvereine steuerten 60 000 Euro bei. Die Junge Bühne selbst beteiligte sich mit einem mittleren, fünfstelligen Betrag. Was dabei herauskam, ist ein wahres Schmuckstück. „Es gibt schon noch ein paar Arbeiten, die wir nach und nach erledigen müssen. Wir haben zum Beispiel noch keinen Vorhang für die neue Bühne. Da überlegen wir uns noch eine Lösung“, sagt Vorstandsmitglied Stephan Lang. Nicht nur die Heimat des Vereins hat sich geändert, sondern auch der Vorstand. Vor drei Jahren wurde dieser runderneuert und verjüngt. Neue Motivation, neue Inszenierungen und ein fast unermüdliches Engagement führten bis heute dazu, das in nur zweieinhalb Jahren die Mitgliederzahl von 110 auf 162 Mitglieder stieg. Mittlerweile zählt der Verein vier Nachwuchsgruppen, zu denen auch Kinder und Jugendliche aus Saarbrücken oder Zweibrücken gehören. Auch das Programm ist größer geworden. Bis zu zehn Stücke werden in vielen Aufführungen pro Jahr präsentiert. „Früher hatten wir zwei oder drei Leute, die die Stücke inszenierten und Regie führen. Heute können das zehn Leute bei uns. Die unterschiedlichen Herangehensweisen bringen sehr viel Abwechslung“, sagt Thomas Bläsius. Die Aufführungen des „Junge Bühne“-Klassikers „E scheeni Bescherung“ waren vor Weihnachten innerhalb von zwei Stunden ausverkauft. „Das alte kleine Theater war natürlich sehr gemütlich, aber jetzt haben wir viel mehr Platz und vor allem viele Toiletten“, sagt Gisela Walter, die bei der „Scheeni Bescherung“ die Oma verkörperte. „Wir sind jetzt viel moderner und sehr gut ausgestattet. Es macht mehr Spaß“, sagt das 16-jährige Theatertalent Julius Minor. Neben den vielen lustigen Stücken legen die Auersmacher auch Wert auf anspruchsvolle Inszenierungen – die auch für die Akteure eine Herausforderung sind. Im vergangenen Herbst wurde das Stück „Großstadtgeschichten“ von Woody Allen aufgeführt. An diesem Wochenende startet das Stück „Auf der Insel“ von Camille de Toledo. Sie erzählt die Geschichte eines Bruders und der Stimme seiner toten Schwester. Zwischen Traum und Wirklichkeit versuchen sie, Worte für das Unaussprechliche zu finden – und für das, was sie einst verband: die Hoffnung auf ein friedliches, geeintes Europa.
Die Aufführungen finden von Freitag bis Sonntag, 16. bis 18. Januar, jeweils um 19.30, Uhr im neuen Auersmacher Theater statt. Karten sind für 16,50 Euro, ermäßigt für neun Euro an der Abendkasse erhältlich.
Infos unter www.junge-buehne-auersmacher.de

Während Stephan Lang (links) und Jannis Brach bei der „Scheeni Bescherung“ aufs Christkind anstoßen, vermisst Oma Gisela Walter das Weihnachtssingen.